2. Staatsexamen

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Im Anschluss an das Hauptstudium steht das 2. Staatsexamen an. Im Gegensatz zum 1. Staatsexamen werden die Termine uni-individuell festgelegt; auch die Inhalte können von Universität zu Universität etwas variieren. Es handelt sich um mündliche Prüfungen à ca. 30 Minuten an fünf verschiedenen Tagen

  • Pharmazeutische/Medizinische Chemie
  • Pharmazeutische Biologie
  • Pharmazeutische Technologie/Biopharmazie
  • Pharmakologie und Toxikologie
  • Klinische Pharmazie

Hier geht es nicht mehr um die Grundlagen aus den ersten vier Semestern (höchstens am Rande, und das sollte einem natürlich bewusst sein)! Es ist viel mehr ein tief gehendes Fachwissen gefragt. Die auswendig zu beherrschenden Strukturformeln und Arzneipflanzen stellen hierbei lediglich die Spitze des Eisberges dar, mindestens ebenso wichtig ist das Verstehen - und strukturierte Wiedergeben-Können - der komplexen Zusammenhänge der einzelnen Disziplinen.

Details

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In der Regel werden einige Wochen vor dem Examen die Prüfer bekannt gegeben, was den Vorteil hat, dass man sich in jedem Fach individuell auf den jeweiligen Professor einstellen kann.

Es bietet sich an, Lerngruppen mit Kommilitonen zu bilden, welche die gleichen Prüfer haben. Zum Einen erinnert sich jeder an andere Besonderheiten der einzelnen Professoren, zum Anderen lässt sich das freie Reden, auf das es in einer mündlichen Prüfung maßgeblich ankommt, definitiv besser zusammen mit anderen trainieren.

Denn: eine halbe Stunde kann ganz schön lang sein, und je weniger man selbst redet, desto mehr Zeit hat der Prüfer, Fragen zu stellen!

Sehr wichtig sind für die Vorbereitung die Gedächtnisprotokolle vergangener Examina anzusehen. Diese bekommen Sie bei der Fachschaft Ihrer Uni.

Die einzelnen Stoffgebiete für das 2. Staatsexamen haben wir für Sie unter "Gegenstandskatalog" am Ende dieser Seite aufgelistet.

Das Bestehen des 2. Staatsexamens beendet die universitäre Ausbildung und berechtigt an einigen Universitäten zum Anfertigen einer Diplomarbeit im Fach Pharmazie. Bei Bestehen darf der akademische Grad Diplom-Pharmazeut geführt werden. Ferner berechtigt das bestandene 2. Staatsexamen zur Anfertigung einer Dissertation zur Erlangung eines Doktorgrades der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.).

Gegenstandskatalog 2. Stex

I. Pharmazeutische/Medizinische Chemie

  • Struktur, Stereochemie, gebräuchliche Darstellung oder Gewinnung, Entwicklung (insbesondere rationale Arzneistoffentwicklung), Eigenschaften, Stabilität und Analytik (Identität, Reinheit, Gehalt) von synthetischen, partial-synthetischen und natürlichen Wirkstoffen, Suchtstoffen, Arzneistoffen, Hilfsstoffen und Schadstoffen sowie Bioziden und sonstigen Xenobiotika;
  • Radiopharmaka, Synthese und Qualitätskontrolle sterisch einheitlicher optisch aktiver Arzneistoffe;
  • Bioreaktivität und Biotransformation der Wirkstoffe und Xenobiotika;
  • Qualitative und quantitative Beziehungen zwischen Struktur und pharmakokinetischen sowie pharmakodynamischen Eigenschaften der Wirkstoffe einschließlich stereochemischer Einflüsse;
  • Chemische, physikalisch-chemische, physikalische, radiochemische und biochemische Methoden der Arzneibücher und der entsprechenden harmonisierten Normen für Medizinprodukte, Struktur und Funktion wichtiger Reagenzien;
  • andere physikalische, physikalisch-chemische, chemische, radiochemische und biochemische Methoden zur Untersuchung von Stoffen, die bei der Herstellung von Arzneimitteln verwendet werden;
  • Anwendung und Validierung von Verfahren zur Qualitätskontrolle der Wirkstoffe und Hilfsstoffe; Qualitätssicherungsmaßnahmen im analytischen Labor;
  • Chemische Toxikologie und Umgang mit Gefahrstoffen und anderen Wirkstoffen;
  • Umweltanalytik (Wasser, Boden, Luft); Grundlagen der Biochemie (einschließlich pharmazeutisch-chemischer Aspekte der Gen- und Biotechnologie) sowie der physiologischen, klinischen und ökologischen Chemie;
  • Methoden zur Untersuchung von Körperflüssigkeiten und Interpretation der Ergebnisse;
  • Arzneimittel- und Metabolitenanalytik, auch in biologischen Materialien;
  • pharmazeutisch-chemische Aspekte von Sera, Impfstoffen und der Immunologie;
  • Pharmazeutisch-chemische Untersuchungen von Fertigarzneimitteln, wie Auftrennung und Isolierung von Wirk- und Hilfsstoffen sowie deren Analyse;
  • pharmazeutisch-chemische Aspekte der Haupt-, Neben- und von Fertigarzneimitteln;
  • Nomenklatur und einschließlich stereochemischer Aspekte;
  • Wechselwirkungen und Inkompatibilitäten Terminologie der Wirk- und Hilfsstoffe, einschließlich stereochemischer Aspekte;


II. Pharmazeutische Biologie

  • Gebräuchliche Arzneipflanzen, Drogen und Inhaltsstoffe, Wirkung, therapeutische Anwendung sowie deren pharmazeutische und klinische Beurteilung;
  • Erkennung, Reinheits- und Qualitätsprüfung von Drogen;
  • analytische Verfahren zur Untersuchung und Standardisierung von pflanzlichen Ausgangsstoffen und Fertigpräparaten;
  • Isolierungsverfahren von Naturstoffen;
  • Gebräuchliche Antibiotika und biogene Zytostatika; deren Gewinnung, Wirkmechanismen und therapeutische Anwendung; Mechanismen der Resistenzentwicklung;
  • Grundprinzipien der Biosynthese von pflanzlichen und mikrobiellen Naturstoffen;
  • Biochemie und Klinische Chemie;
  • Grundlagen der Immunologie;
  • Einsatz immunologischer und enzymatischer Methoden in Analytik und Diagnostik;
  • Herstellung, Prüfung und Anwendung von Impfstoffen, Immunglobulinen und Immunsera;
  • Blutprodukte;
  • Molekularbiologische Arbeitstechniken, gentechnologische Verfahren zur Gewinnung von Arzneistoffen;
  • Gentherapeutika;
  • Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen.


III. Pharmazeutische Technologie/Biopharmazie

  • Entwicklung, Herstellung, Eigenschaften, Prüfung und biopharmazeutische Beurteilung von Arzneiformen;
  • moderne Arzneistoffabgabesysteme;
  • gewebe- und organspezifische Applikationsformen, Besonderheiten von Arzneimitteln mit bio- und gentechnisch hergestellten Arzneistoffen und von Zytostatikazubereitungen;
  • Aufbauprinzip, Zusammensetzung, Handhabung und Gebrauchseigenschaften von Fertigarzneimitteln;
  • spezielle Dosiersysteme;
  • Anforderungen der Arzneibücher an Arzneizubereitungen;
  • Arzneiformen des Homöopathischen Arzneibuchs;
  • Eigenschaften, Prüfung und Beurteilung der zur Herstellung von Arzneimitteln notwendigen Grund- und Hilfsstoffe sowie gebräuchlicher Wirkstoffe und Packmittel;
  • Pharmazeutisch-technologische Grundoperationen, Verfahrenstechnik, Maschinen, Regelungstechnik;
  • Biopharmazie, Applikationswege und Resorptionsorte, pharmakokinetische Grundlagen für die Entwicklung und Prüfung von Arzneimitteln, Bioverfügbarkeit, Bioäquivalenzprüfung und -beurteilung, in-vitro/in-vivo Korrelation;
  • Qualitätssicherung bei Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln einschließlich statistischer Methoden;
  • rechtliche Grundlagen der Qualitätssicherung, Validierung, Inprozess- und Endkontrollen;
  • Stabilität und Stabilisierung von Arzneimitteln;
  • Inkompatibilitäten und Wechselwirkungen;
  • Blutersatzmittel sowie Blut und dessen Zubereitungen, Sera und Impfstoffe;
  • Medizinprodukte, die in den Apotheken in den Verkehr gebracht werden.


IV. Pharmakologie und Toxikologie

  • Makroskopische, mikroskopische, pathobiochemische sowie funktionelle Veränderungen an Organen und Organsystemen bei wichtigen Erkrankungen;
  • Epidemiologie, Entstehung, Symptomatik, Verlauf, Prognose und Prävention von wichtigen Erkrankungen einschließlich solcher, die der Selbstmedikation zugänglich sind;
  • Beurteilung von klinisch-chemischen Messergebnissen;
  • Ernährungsmaßnahmen bei wichtigen Erkrankungen;
  • Wirkungen von Arzneimitteln, Wirkungsmechanismus, Metabolismus, Pharmakokinetik, Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Kontraindikationen und Dosierung, Gefahren durch unsachgemäße Anwendung;
  • allgemeine Pharmakotherapie wichtiger Erkrankungen einschließlich solcher, die der Selbstmedikation zugänglich sind;
  • Toxikologie der Hilfs- und Schadstoffe;
  • Methoden zur Ermittlung von pharmakologischen und toxikologischen Wirkungen;
  • Klinische Prüfung;
  • biometrische Methoden.


V. Klinische Pharmazie

  • Spezielle Pharmakotherapie; Besonderheiten der Arzneimitteltherapie in Schwangerschaft und Stillzeit, Pädiatrie, Geriatrie, bei Patienten mit eingeschränkter Organfunktion, Multimorbidität;
  • Bedeutung von Darreichungsform und -weg für die Therapie;
  • Dialyseverfahren;
  • Besonderheiten bestimmter Therapieregime, insbesondere für die antiinfektive Therapie, onkologische Therapie und Supportivtherapie, die antikoagulative Therapie, Immun- und Gentherapie;
  • Therapie von Intensivpatienten;
  • Kriterien zur Arzneimittelbewertung;
  • Arzneimittelanamnese;
  • Nutzen-Risiko-Bewertung einer Arzneimitteltherapie;
  • Beurteilung der klinischen Relevanz unerwünschter Wirkungen, Wechselwirkungen und Inkompatibilitäten, Beurteilung von Kombinationstherapien;
  • Ursache der Variabilität im Erfolg einer Arzneitherapie;
  • Therapieempfehlungen anhand konkreter Patientenfälle;
  • Therapeutisches Drug Monitoring, Umgang mit Patientenakten;
  • Medizinprodukte zur Applikation von Arzneimitteln und zur enteralen und parenteralen Ernährung;
  • Compliance/Non-Compliance;
  • Grundlagen und Methoden der Pharmazeutischen Betreuung;
  • Bezug zwischen Pharmakodynamik und Pharmakokinetik;
  • Populationspharmakokinetik;
  • klinische Pharmakogenetik;
  • Mangelernährung, Energie- und Nährstoffbedarf;
  • enterale und parenterale Ernährung;
  • Gesundheitsökonomie, Pharmakoepidemiologie und -ökonomie, Pharmakovigilanz, Methoden zur Bestimmung der Lebensqualität, ethische Aspekte.


    Quelle: Approbationsordnung für Apotheker (AAppO), Stand 2.08.2013, www.juris.de

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