Laborpraktika

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Da ein großer Teil des Pharmaziestudiums aus praktischem Arbeiten im Labor besteht, ist es sinnvoll, sich von Anfang an eine strukturierte und effiziente Arbeitsweise anzugewöhnen. In jedem Fall sollte man bereits vor dem 1. Labortag genau wissen, was in dem jeweiligen Praktikum auf einen zukommt.

pharma4u hat für Sie eine Übersicht erstellt, welche auf kompakte Weise die Inhalte der verschiedenen Praktika veranschaulichen soll. Diese kann selbstverständlich nur als grundsätzlicher Anhaltspunkt verstanden werden, da es im Ermessen jeder einzelnen Uni liegt, die Themen im Detail auszusuchen und zu gewichten. Die konkreten Inhalte sind den jeweiligen Praktikumsskripten zu entnehmen. Häufig helfen auch Alt-Protokolle oder mündliche Berichte vorangegangener Semester, um die Klippen zu umschiffen, die ein jedes Laborpraktikum garantiert bereithält.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die richtige Auswahl von Fachliteratur. Wir haben zu jedem Praktikum einige Bücher ausgesucht, die in unseren Augen einen guten Praxisbezug haben und mit denen sich im Labor gut arbeiten, recherchieren und lernen lässt.

Laborpraktika Grundstudium

Praktika der Pharmazeutischen Biologie

„Bestimmungübungen und Arzneipflanzenexkursionen“

„Bestimmungsübungen Arzneipflanzen“

„Pharmazeutische Biologie I“

„Pharmazeutische Biologie II“

 

Praktika der Pharmazeutischen Chemie

„Allgemeine und analytische Chemie der anorganischen Arznei-, Hilfs- und Schadstoffe“

„Quantitative Analyse von Arznei-, Hilfs- und Schadstoffen (unter Einbeziehung von Arzneibuchmethoden)“

„Pharmazeutische Chemie (einschließlich der Analytik der organischen Arznei-, Hilfs- und Schadstoffe)“

„Instrumentelle Analytik“

 

Praktika der Pharmazeutischen Technologie

„Arzneiformenlehre I“

 

Weitere Praktika

„Physikalische Übungen für Pharmazeuten“

„Physikalisch-Chemische Übungen für Pharmazeuten“

„Mikrobiologie“

„Kursus der Physiologie“

 

Laborpraktika Hauptstudium

Praktika der Pharmazeutischen Biologie

„Pharmazeutische Biologie III“

 

Praktika der Pharmazeutischen Chemie

„Biochemische Untersuchungsmethoden einschließlich Klinischer Chemie“

„Pharmazeutische Chemie III“

 

Praktika der Pharmazeutischen Technologie

„Pharmazeutische Technologie einschließlich Medizinprodukte“

 

Weitere Praktika

„Pharmakologisch-toxikologischer Demonstrationskurs“

Literaturempfehlungen
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Hier finden Sie eine Übersicht über alle wichtigen Werke für

  • Studium
  • Praktisches Jahr
  • und Beruf

auf einen Blick! - Ein Service unseres Partners Govi-Verlag

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Hilfsmittel für das Praktikum
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Hier finden Sie praktische Hilfe für Ihr Praktikum!

 

Mehr Infos zum "Arbeitsbuch Analyse" finden Sie hier.

Sicherheit im Labor

Wie alle Naturwissenschaftler haben Pharmazeuten im Laufe ihrer Ausbildung vielfältige Kenntnisse und Erfahrungen über die Gefahren und Risiken, mit denen ihre Tätigkeit und die ihrer Kollegen verknüpft ist, zu erlernen. Das daraus entstehende Sicherheitsbewusstsein ist essentieller Bestandteil des Berufsethos des Apothekers. Die auf dem Gebiet der Sicherheit erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen sind ebenso wichtig wie diejenigen, die komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge oder neueste technische Entwicklungen betreffen.

Ein wichtiges Ziel ist es daher, Pharmazeuten auszubilden, die den sicheren und gefahrlosen Umgang mit Chemikalien beherrschen und daher sich selbst und ihre Kollegen und Mitarbeiter vor Gefahren schützen, verantwortlich gegenüber der Allgemeinheit und der Umwelt handeln, mögliche Gefahren bei der Verwendung von Chemieprodukten durch den Verbraucher erkennen und durch Anweisungen vermeidbar machen.

Mit dem Wissen verbindet sich die Verpflichtung, nicht nur im oben genannten Sinne zu handeln, sondern auch der Öffentlichkeit zu zeigen, dass ein sicherer und gefahrloser Umgang mit Chemikalien möglich ist und praktiziert wird und dass eine sichere Anwendung von Chemieprodukten durch den Verbraucher garantiert ist, wenn die Anweisungen für ihre Benutzung eingehalten werden.

Zwar wird der Sicherheitsbereich in der beruflichen Tätigkeit der Naturwissenschaftler durch zahlreiche Gesetze, Verordnungen, Vorschriften und Richtlinien weitgehend geregelt, doch geht ein auf solider Fachkenntnis beruhendes Sicherheitsbewusstsein weit darüber hinaus. Unfallverhütung als selbst gestellte Aufgabe in persönlicher Verantwortung ist ein Ziel der Ausbildung. Das ist besonders wichtig, wenn ein Naturwissenschaftler als Vorgesetzter Mitarbeitern Weisungen zu erteilen hat, Verantwortung für das sichere Arbeiten dieser Menschen übernimmt und gegebenenfalls auch straf- und zivilrechtliche Konsequenzen zu tragen hat.

Statistiken zeigen, dass Unfallursachen nur zu einem kleinen Teil in technischen Mängeln, überwiegend aber, d. h. in etwa 80% der Fälle, in menschlichem Fehlverhalten zu suchen ist. Dabei spielen häufig Unkenntnis über die Gefahreneigenschaften von Stoffen oder mangelnde Einsicht in die Art der durchgeführten Reaktionen eine Rolle. Nicht unbedeutend ist dabei auch der Gewöhnungseffekt: Personen, die nach längerer Erfahrung den anfänglichen Respekt vor einer potentiell gefährlichen Methode verloren haben, neigen dazu, Sicherheitsvorkehrungen zu vernachlässigen.


Es ist also in jedem Fall empfehlenswert, sich vom ersten Labortag an mit den entsprechenden Vorschriften, Gefahrensymbolen und Sicherheitsdatenblättern vertraut zu machen. Auch die lokalen Besonderheiten des betreffenden Labors müssen erkundet und verinnerlicht werden. Wo sind die Notausgänge? Wie entsorge ich meine Restchemikalien? Was ist im Falle eines Brandes zu tun (und was zu unterlassen!)?


Grundsätzlich gilt:

Peinlichste Sauberkeit, Ordnung und Übersichtlichkeit bei jeglichen Arbeiten sind der beste Garant gegen Unfälle!


pharma4u hat für Sie eine Liste erstellt, die allgemeine Verhaltensweisen zusammenfasst, welche in jedem Labor einzuhalten sind.

 

Persönliches Verhalten
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  • Im Labor darf nicht gegessen, getrunken und geraucht werden
  • Tragen Sie immer Laborkittel und Schutzbrille
  • Benutzen Sie den Boden im Labor nie als Arbeitsfläche
  • Verlegen Sie evtl. Kabel stolpersicher
  • Halten Sie Türen, Fenster und Fluchtwege frei
  • Beachten Sie die ausliegenden Betriebsanweisung des Instituts
Vorbereitung von Laborarbeiten
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  • Holen sie ausführliche Informationen zu allen verwendeten Chemikalien (Physik, Chemie, Toxikologie) ein, z.B. in Feinchemikalienkatalogen
  • Achten Sie auf Nebenreaktionen (cave: Peroxidbildung!)
  • Prägen Sie sich die Gefahrensymbole und den Umgang mit R- und S-Sätzen ein
  • Integrieren Sie die Entsorgung in Ihre Vorbereitung, so dass Sie den gesamten Versuchsablauf bis hin zur Entsorgung klar vor Augen haben
  • Prägen Sie sich die Fluchtwege ein und inspizieren Sie die Feuerlöscheinrichtungen, ebenso Augen- und Körperduschen
Verhalten während der Arbeit
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  • Vermeiden Sie jeglichen Kontakt mit den verwendeten Reagenzien und Hilfsstoffen (cave: Inhalation!)
  • Halten Sie ausschließlich die Geräte und Chemikalien am Arbeitsplatz bereit, die Sie zur Durchführung wirklich benötigen
Umgang mit Druckgasflaschen
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  • Sichern Sie Flaschen mit einer Kette gegen Umkippen
  • Betreiben Sie Flaschen mit hohem Innendruck nie ohne Reduzierventil
  • Bringen Sie Flaschen nach Beendigung der Arbeiten zurück ins Lager
  • Machen Sie Die Präsenz einer Druckgasflasche im Labor immer durch das entsprechende Gefahrensymbol an der Tür kenntlich 
Umgang mit besonders gefährlichen Substanzen
  • Arbeiten Sie immer im Abzug
  • Tragen Sie stets Handschuhe 
  • Tragen Sie gegebenfalls auch Gesichtsschutz oder installieren Sie ein Schutzschild 
  • Halten Sie einen Feuerlöscher bereit
  • Informieren Sie Ihre Kollegen 
  • Ergreifen Sie Schutzmaßnahmen gegen Verschütten 
Transport und Lagerung von Chemikalien im Hause
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  • Transportieren Sie grundsätzlich nur in Sicherheitsbehältnissen und bei gefährlichen Stoffen nie über Aufzüge
  • Lagern Sie größere Lösungsmittelmengen nur in den belüfteten und genehmigten Lösungsmittelräumen
  • Bewahren Sie am Arbeitsplatz maximal 1 Liter je Lösungsmittel auf
Entsorgung von Chemikalien und Substanzresten

Beachten Sie die Abfallrichtlinien Ihrer Universität in der jeweils gültigen Form!

Verhalten im Notfall

Bei Brand, Explosion sowie Austritt gefährlicher Stoffe:

  • Betätigen Sie den Brandmelder 
  • Rufen Sie den Notruf über 112
  • Geben Sie dort Name, Betrieb, Gebäude, Adresse u. Art des Unfalls an
  • Sichern Sie Personen: Warnen Sie Gefährdete, nehmen Sie Hilflose mit, schließen Sie Fenster und Türen, benutzen Sie gekennzeichnete Fluchtwege 
  • Benutzen Sie nicht den Aufzug
  • Unternehmen Sie Löschversuche, sofern kein eigene Gefährdung damit verbunden ist
  • grundsätzlich gilt: Personenschutz geht vor Sachschutz!
Erste Hilfe

Siehe Sicherheitshandbuch für das Labor, oder „Organikum“

Informationsquellen

Brock: „Sicherheit und Gesundheitsschutz im Labor“

Bernabei: „Sicherheit- Handbuch für das Labor, Feinchemikalienkataloge“

www.umwelt-online.de

www.ukh.de

 

Ausführlichere Informationen finden Sie in der Broschüre „Sicheres Arbeiten in chemischen Laboratorien“, welche vom Bundesverband der Unfallkassen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie herausgegeben wird.

Mit der Datenbank euSDB steht Ihnen eine kostenfreie und deutschsprachige Online-Suchmöglichkeit für mehr als 300.000 Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung. Geben Sie einfach den betreffenden Stoffnamen oder die CAS-Nummer ein und Sie erhalten die entsprechenden Informationen.

Weitere Links zu nützlichen Websites:

  • eChemPortal
    Zugriff auf mehrere Datenbanken (Angebot der OECD)

  • GESTIS Stoffdatenbank
    Gefahrstoffinformationssystem der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung

  • ECHA
    European Chemicals Agency

  • Vermont SIRI
    englischsprachiger Sicherheitsdatenblattindex

  • ICSC
    International Chemical Safety Cards
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