Harpagophyti radix

Pflanze, Zeichnung*
Pflanze, Zeichnung*
Droge, Foto**
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Basisinfos

Droge: Harpagophyti radix / Teufelskrallenwurzel

Pflanze: Harpagophytum procumbens / Teufelskralle

Familie: Pedaliaceae / Sesamgewächse

Gruppe: TERPENOID-DROGEN, Sesquiterpenlacton- / Iridoid- (Bitterstoff-) Drogen

Herkunft: Afrika

Pflanze

  • Krautige Pflanze mit bis zu 1,5 Meter langen, am Boden liegenden Trieben
  • Hellrosa bis purpurrote, auffallend große Blüten
  • Verdankt ihren Namen den verholzenden Früchten und armartigen Auswüchsen mit ankerartigen Haken; durch diese Haken an den Früchten bleiben diese an vorbeiziehenden Tieren hängen und stellen so die Verbreitung der Pflanzenart sicher (Epizoochorie)

Droge (inkl. Mikroskopie)

Allgemein: Auffällig ist die äußerst harte Konsistenz der Droge. Die Ganzdroge besteht aus walzenförmigen, bis 6 cm dicken und bis 20 cm langen, gelblichgrauen bis rötlichbraunen Objekten. Die Schnittdroge erinnert an zerkleinerte Pilze; die mehr oder weniger keilförmig zulaufenden Stücke haben eine gekrümmte Außenseite. Vereinzelt kommen auch dunkelgraue bis schwarze Stücke vor; die Verfärbung weist auf eine Zersetzung der Inhaltsstoffe hin. Ausgeprägt bitterer Geschmack.

Mikroskopie: Kork, zahlreich vorkommend, nur in der Peripherie braun; Bruchstücke des Rindenparenchyms, teilweise mit braunem Exkret; Netzgefäße, z. T. mit anliegendem, dünnwandigem Holzparenchym; Steinzellen der Rinde; vereinzelt sehr kleine Stärkekörner

Inhaltsstoffe
  • Iridoide: Harpagosid, Harpagid, Procumbid
  • Phenolglycoside (z.B. Acteosid)
Strukturformeln
Harpagid
Harpagid
Harpagosid
Harpagosid
Procumbid
Procumbid

Biogenese (der wichtigsten Inhaltsstoffe)

Wirkungen

Indikation: Anwendung bei rheumatisch entzündliche Erkrankungen sowie dyspeptischen Beschwerden (Komm. E+)

Wirkmechanismus: Antiphlogistisch durch Hemmung (LOX) der Leukotriensynthese und iNOS

Nebenwirkungen: GIT

Besonderheiten
  • Zahlreiche Phytopharmaka am Markt, obwohl das Auszugsmittel für den Gehalt der Iridoide keine Rolle spielt, „streiten“ sich die Hersteller (in Marketingbröschüren und Anzeigen), ob der wässrige oder der 60%-ige Ethanol-Extrakt die bessere Wirkung hat
  • Die wildwachsende Teufelskralle ist mittlerweile stark bedroht. Um den Bestand zu erhalten, ist ein schonender Umgang mit den Wildbeständen sowie die Kultur der Pflanze dringend nötig. Dafür wird dazu übergegangen, die Hauptwurzel in der Erde zu belassen und nur die weit verzweigten Nebenwurzeln zu ernten.
Quellenangaben, Bilder

* biolib.de

** FS Pharmazie Marburg

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