Anisi stellati fructus

Pflanze, Zeichnung*
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Droge, Foto**
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Basisinfos

Droge: Anisi stellati fructus / Sternanisfrüchte

Pflanze: Schisandraceae / Sternanisgewächse / Schisandraceae / Sternanisgewächse

Familie: Schisandraceae / Sternanisgewächse

Gruppe: TERPENOID-DROGEN, Ätherisch-Öl-Drogen

Herkunft: China

Pflanze

  • Immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 m erreichen kann
  • Laubblätter stehen dicht an den Spitzen der Zweige, sind umgekehrt eiförmig bis umgekehrt lanzettlich, 5 bis 11 cm lang und 1,6 bis 4 cm breit
  • Tiefrote Blüten 
  • 11 bis 20 Staubblätter, 8 oder 9 Fruchtblätter 
  • Die rötlich-braune Frucht besitzt einen Durchmesser von etwa 3,5 cm und besteht aus acht oder neun verholzenden Balgfrüchten
  • Braune, glänzende Samen

Droge (inkl. Mikroskopie)

Allgemein: Korkig-holzige Sammelfrüchte von rötlich-brauner Farbe, meist aus 8 bootförmigen Balgfrüchten bestehend; ätherisches Öl nur im Pericarp. Die Schnittdroge besteht aus den auf der Außenseite graubraunen, stark gerunzelten, auf der Innenseite rotbraunen, glatten Fruchtwandteilen von harter Konsistenz und den ganzen, stark glänzenden kastanienbraunen Samen bzw. deren Bruchstücken.

Mikroskopie: Endokarp aus palisadenförmigen Steinzellen mit gelblichen, stark verdickten, verholzten und reichlich getüpfelten Wänden

Verfälschung: giftige (!) Shikimifrüchte aus Illicium anisatum (Japanischer Sternanis)

Inhaltsstoffe
  • mindestens 7% ätherisches Öl: trans-Anethol und Estragol
  • verschiedene Terpenkohlenwasserstoffe sowie 1,4-Cineol (Unterschied zu Pimpinella anisum), daher anderes Aroma
  • Shikimisäure (1kg pro 30kg Früchte), Chinasäure
Strukturformeln
AnetholTrans
AnetholTrans
Estragol
Estragol
Cineol1 4
Cineol1 4
Shikimisaeure
Shikimisaeure
Chinasaeure
Chinasaeure

Biogenese (der wichtigsten Inhaltsstoffe)

Wirkungen

Indikation: Anwendung bei Katarrhen der oberen Luftwege; dyspeptische Beschwerden (Komm. E+)

Wirkmechanismus: Steigerung des respiratorischen Sekretionsvolumens, Acetylcholin-Antagonismus (?)

Weitere Indikationen: Kauen der Samenhüllen bzw. Lutschen von Bonbons bei Halitosis (Mundgeruch)

Besonderheiten
  • Die enthaltene Shikimisäure ist ein möglicher Ausgangsstoff für die Synthese des Neuraminidase-Hemmstoffes Oseltamivir.
  • Seit Jahrtausenden Verwendung der reifen Früchte als Gewürz.
  • Bis zur Einführung des APG III-Systems (international wissenschaftlich akzeptiertes Pflanzenklassifizierungssystem der Angiosperm Phylogeny Group) im Oktober 2009 gab es für die Gattung Illicium die eigene Familie Illiciacea. Zwar ist diese Familie noch in Klammern als "Ausläufer" genannt, jedoch innerhalb der Schisandraceae, so dass Illicium als Angehörige dieser Pflanzenfamilie angesehen wird.
FAM Beispiele
  • Unter der Bezeichnung "Anisöl" kann über Wasserdampfdestillation gewonnenes ätherisches Öl aus den Früchten sowohl von Illicium verum (billiger) als auch Pimpinella anisum fallen.


Als Wirkbestandteil enthalten in:

  • Pulmotin® Salbe
  • Salviathymol® N
  • Bronchoforton® msr. Weichkapseln


Als sonstige Bestandteile enthalten in:

  • Bromhexin Krewel Meuselbach® Tropfen
  • Dynexan Mundgel®
  • Hedelix® Hustensaft
  • neo-angin® Halstabletten
Quellenangaben, Bilder

* biolib.de

** fotolia.de

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