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Thema: Tannacomp

  1. #1
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    Tannacomp

    Hallo,

    Der Prüfer fragt ob man Tannacomp empfehlen kann und warum es keine Evidenz hat?
    Bitte dringend um Ihre Hilfe, da meine Prüfung in 4 Tagen ist.
    Woran lege ich fest, ob ich es empfehlen kann? An klinischen Studien, welche Tannacomp nicht hat?!

    Danke im Voraus
    Geändert von nur2019 (17.03.2019 um 23:44 Uhr)

  2. #2
    Moderator und Kompetenz-Manager Avatar von Oliver Scholle, MSc
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    Hallo,

    ob man Tannacomp empfehlen kann und warum es keine Evidenz hat?
    Der Prüfer könnte hier auf mehrere Dinge anspielen — auch rein rechtliche. Da Sie diese Frage aber im Forum "Praxis" gestellt haben, gehe ich mal im Folgenden von dieser Perspektive aus.

    Wenn man bei PubMed nach Studien sucht wird einem klar, dass es es nicht viele zu diesem Kombinationspräparat (Tanninalbuminat und Ethacridin) gibt. Es kommt auch noch darauf an, ob es prophylaktisch oder zur Behandlung von Diarrhö eingesetzt werden soll. Schauen Sie sich einfach mal die Ergebnisse folgender Suche an und machen sich selbst ein Bild:
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/...*+AND+diarrhea

    Woran lege ich fest, ob ich es empfehlen kann? An klinischen Studien, welche Tannacomp nicht hat?!
    Ganz genau — (gute) Studien sind notwendig, so dass man von einer "guten Evidenzlage" hinsichtlich Wirksamkeit und Sicherheit eines Arzneimittels sprechen kann.

    Siehe dazu auch folgenden kurzen Artikel
    https://www.pharmazeutische-zeitung....z-ist-wichtig/
    sowie das dort erwähnte Projekt "EVInews"
    https://www.evinews.de/index.php?id=2

    Die Evidenzleiter kennen Sie? Folgende Graphik veranschaulicht sehr gut, wie wertvoll welche Studientypen sind:
    https://i0.wp.com/www.compoundchem.c...c-Evidence.png

    Viel Erfolg
    Oliver Scholle
    Ihr Moderator und Experte im Forum Pharmazeutische Praxis
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  3. #3
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    Sehr geehrter Herr Scholle,

    Ich hatte noch eine Frage zu Gerbstoffen.
    Ich habe in Internet gelesen, dass man die Bärentraubenblätter kalt ansetzen soll, da heißer Tee Erbrechen auslöst. Der aufgekochte Weidenrinde-Tee würde auch Probleme verbreiten. Auch etwa Erbrechen? Den Grund habe ich nicht gefunden. Kann man davon ausgehen, dass Gerbstoffe im heißen Wasser erbrechen auslösen? Ich bin bisschen irritiert man trinkt ja sonst den schwarzen/grünen Tee heiß, die auch Gerbstoffe enthalten.

    LG

  4. #4
    Moderator und Kompetenz-Manager Avatar von Oliver Scholle, MSc
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    Hallo,

    bei Bärentraubenblättern wäre ein heißer Auszug ungenießbar, weil so viel Gerbstoffe enthalten wären.
    Ein Kaltauszug erleichtert daher schlicht die Einnahme.

    Mit der Übelkeit durch Gerbstoffe ist Dosis- und Konzentrationsbedingt. Ein wenig Gerbstoffe machen sicherlich den wenigsten etwas aus, zumal sie Durchfall — welches ja durchaus mit Übelkeit begleitet sein kann — therapeutisch eingesetzt werden.

    Nebenwirkungen die von Gerbstoffen ausgelöst werden können, umfassen u.a. Übelkeit und Erbrechen. Wenn man es daher bei Weidenrinde übertreibt, können diese Nebenwirkungen natürlich auch auftreten. Wenn man also zu Übelkeit neigt bzw. neben Fieber und/oder Kopfschmerzen — als potentiellen Grund für die Einnahme von Weidenrinden-Tee — schon erbrochen hat, empfiehlt es sich sicherlich, einen einen Kaltauszug der Weidenrinde zu machen.

    Kann man davon ausgehen, dass Gerbstoffe im heißen Wasser erbrechen auslösen?
    Nein, Gerbstoffe werden im heißen Wasser aber gut herausgelöst und landen dann in dem, was man einnimmt. Und zu viele davon können dann Übelkeit auslösen (s.o.).

    Ich bin bisschen irritiert man trinkt ja sonst den schwarzen/grünen Tee heiß, die auch Gerbstoffe enthalten.
    Richtig. Daher erhält man mit ein paar Minuten Ziehzeit im heißen Wasser Tee mit wenig/kaum Gerbstoffen und nach 6 bis 7 Minuten fangen dann die Gerbstoffe an sich zu lösen.

    VG
    Oliver Scholle
    Ihr Moderator und Experte im Forum Pharmazeutische Praxis
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  5. #5
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    Besten Dank Herr Scholle

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